Ratgeber „richtiges Sitzen“
Bewahren Sie Haltung
Der Allerwerteste schmerzt, der Rücken zwickt und die Finger werden taub? Wer sich auf seinem Fahrrad wohl fühlen möchte, muss es auf seine individuellen Bedürfnisse einstellen. Mit unseren Tipps radeln Sie gesund und kommen schnell in Tritt.
Alles reine Einstellungssache
„Quäl dich, du Sau!“, Udo Bölts legendärer Tour-de-France-Ausspruch gilt nicht für den Otto Normalfahrer. Trotzdem ignorieren viele ihre Beschwerden und verlieren so die Lust am Radeln. Wer sich Qualen ersparen und mit Spaß in die Pedale treten möchte, sollte auf die Einstellung von Sattel, Lenker und die richtige Fahrtechnik achten
Platzwahl
Die Wahl des Sattels ist nicht ganz einfach. Bei einem falschen Sattel können Nerven und Blutgefäße zusammengedrückt werden. Es kommt zu Taubheitsgefühlen und Schmerzen. Bei längeren Touren können auch zu weiche Sättel zur Qual werden, da der Sitzbereich zu heiß wird.
Gerade Frauen klagen über Sitzprobleme, da die Beckenanatomie und -breite sehr unterschiedlich ist. Frauensättel sind kürzer und breiter als Männersättel. Die Breite sollte auf Ihre Beckenform abgestimmt sein. Schmale Sättel bieten mehr Bewegungsfreiheit, was eher sportliche Fahrerinnen schätzen. Lassen Sie sich von einem guten Fahrradhändler beraten. Vielleicht gibt er Ihnen einen Testsattel, nur so finden Sie heraus, welcher Sattel wirklich zu Ihnen passt.
Ursache für Knieschmerzen ist häufig eine zu niedrige Sitzposition. Setzen Sie sich auf den Sattel und stellen Sie ein Pedal ganz nach unten. Setzen Sie den Hacken auf das Pedal. Das Bein sollte jetzt gestreckt sein. Ist dies der Fall, haben Sie die Sattelhöhe optimal eingestellt.
Die Sattelstütze darf jedoch nur bis zur Markierung herausgezogen werden. Reicht die Sattelhöhe nicht aus, gibt es in den meisten Fällen geeignete längere Sattelstützen.
Den Lenker im Griff
Grundsätzlich sollten Sie die Arme beim Fahren locker vorstrecken und die Handgelenke leicht anwinken. Leicht gebeugte Ellenbogen entlasten die Arm- und Schultermuskulatur.
Am besten geeignet ist ein Lenker, der unterschiedliche Griffpositionen zulässt. So kann man während der Fahrt unterschiedliche Sitzpositionen einnehmen und Verspannungen vorbeugen.
Machen Sie es sich bequem
Je nach Radtyp und Sitzposition wird der Rücken unterschiedlich belastet. Beim absolut aufrechten Sitz, beispielsweise auf einem Hollandrad, kann die Rückenmuskulatur Schläge kaum abfedern: schöne Grüße an die Bandscheiben. Bei einer leicht nach vorn gebeugten Position, beispielsweise auf einem Citybike, übernimmt die Rückenmuskulatur die Funktion eines Stoßdämpfers.
Biomechanisch optimal ist eine Position im 45° Winkel wie bei einem Trecking oder Mountainbike, da Sie hierbei die Last auf Hände und Gesäß verteilen. Um Fahrbahnstöße zu entschärfen, gibt es gefederte Sattelstützen und Hinterräder. Wechseln Sie während einer langen Radtour ab und zu die Sitzposition und fahren Sie auch mal im Stehen.
Richtig strampeln
So läuft’s rund: Wenn Sie in die Pedale treten, dann nicht nur senkrecht nach unten. Ziehen Sie das Pedal über den unteren Totpunkt hinweg. So entlasten Sie das andere Bein. Die Bewegung wird runder, die Belastung ist gleichmäßig und die Beine bleiben länger munter.

